Tessa Ganserer MdL – POLITIQ* Newsletter – Dezember 2020

Die Unsichtbaren - Bisexualität

Liebe Queers und queerpolitisch Interessierte,

ein Jahr neigt sich dem Ende, das uns alle intensiv geprägt hat. Ein Virus und die Maßnahmen, es einzudämmen, haben das queere Leben vielerorts zum Erliegen gebracht. Vereine und Einrichtungen sind in Existenznöte. Die Sichtbarkeit ist fast auf einen Nullpunkt.

Aber es ergab sich aus der Situation auch viel Gutes! Wir haben uns online vernetzt, kennengelernt, motiviert und ausgetauscht, haben gemerkt, wie wichtig es ist, gemeinsam als Community, als LGBTIQ*s, zu agieren.

Und so klein die wenigen CSDs, die in diesem Jahr möglich waren, auch gewesen sind: wir standen zusammen für Queere Gleichstellung! Und das war toll!
Nun möchte ich Euch über ein paar Aktivitäten informieren.

Herzliche Grüße
Eure Tessa

Die aktuellen Themen im Überblick

AK Queer.Grün.Mittelfranken
Trans* Rights – Artikel in der taz
Geoutet arbeiten
#NoHateSpeech
In eigener Sache … Die LINKS dazu findet ihr hier:

Queerpolitisches Vernetzungstreffen

Am 2. Oktober 2020 haben wir unser Queerpolitisches Vernetzungstreffen nachgeholt. Was zunächst in einem kleineren Rahmen als Präsenztermin geplant war, musste sehr kurzfristig dann doch zu einer online-Veranstaltung werden, die parallel gestreamt wurde.
Das Thema war die Sichtbarkeit von LGBTIQ* in den Medien. Zur Förderung von Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt sind Medien die vielleicht wichtigsten Partner*innen. Aber sie werden ihren Möglichkeiten noch nicht gerecht. In Film und TV sind queere Menschen nach wie vor eine Randerscheinung und weit weg vom gesellschaftlichen Anteil von ca. 10%. Andere Medien, zum Beispiel Streaming-Dienste wie Netflix, sind hier deutlich weiter.
Wir, meine Kollegin Sanne Kurz (Rundfunkrätin und Sprecherin für Film und Kultur) und ich, haben mit Vertreter*innen von BR, ZDF, WDR, mit Redakteurinnen und Regisseuren, Netzwerkern, Bloggern und Herausgeberinnen darüber diskutiert, was Medien leisten sollten, welche Wege gangbar sind und wie Politik sie aktiv begleiten kann.

queere Geografie im Gespräch: www.lora924.de Mi 11.11. 2020 um 21h

Es gibt so viele Blicke auf die Stadt wie Bürger, und nur manche Blicke finden sich … an Orten, die oft eher verschwiegen sind … vor allem, wenn das Treffen mit dem Herzen, mit geheimen Wünschen und gesellschaftlich noch nicht anerkannten Wünschen verbunden ist. Die Verfolgung von Beziehungen des gleichen Geschlechts waren nicht immer verboten, aber vor allem die Kirchen … und dann die Nazis …

Wissenschaftlich humanitäre Komitees und Magnus Hirschfeld kämpften für Anerkennung und gegen den §_175, es gab etliche Zeitschriften wie auch „Die Freundin“ für die Beziehung und Liebe unter Frauen, Hirschfeld wurde 1920 in München von „Hakenkreuzlern“ niedergeschlagen.

Mi 11.11. um 21h gibt es eine Gegensprechanlage mit Jonas Peter, zu

queerer Geografie in München: www.gayze.de als neuer Blick auf die Stadt

mit bisher 10 Orten in der Stadt, weitere können nun folgen:

Anrufen während der Sendung und mitreden: 089 – 489 523 05

Jonas Peter, im Allgäu geboren und aufgewachsen. Studium in München und Bachelor, dann nach Budapest und dort ca. 3 1/2 Jahre Master: Meine Masterarbeit habe ich über Geschlechterbilder im Techno geschrieben.

Budapest war auch generell eine sehr prägende Zeit. Zwischendurch hab ich noch beim Goethe-Institut und beim Österreichischen Kulturforum in Budapest gearbeitet.

Dann wieder nach München. Volontariat bei der PLATFORM. Dann Freie Mitarbeit beim Stadtmuseum München um dort zu gucken wie/ob man queere Geschichte am Haus einbinden kann. Das Projekt www.gayze.deQueere Orte in München ist bei der PLATFORM entstanden.

Hobbys: Ich mach gern Fernwanderungen. Das letzte mal war ich mit Freunden im Länderdreieck Kosovo – Montenegro – Albanien unterwegs. Sonst noch schwimmen.

Glass Candy – Warm in the winter
Bronski Beat – Smalltown Boy
Patti LaBelle – New Attitude

https://paulo-freire-muenchen.blogspot.com/2020/10/the-radicalization-of-pedagogy.html

bi.eineweltnetz.org

forummuenchen.org

Der Hirschfeld-Überfall:

forummuenchen.org

5. QUEER FILM FESTIVAL MÜNCHEN 14. bis zum 18. Oktober

5. QUEER FILM FESTIVAL MÜNCHEN findet vom 14. bis zum 18. Oktober

Liebe Filmfreunde*innen,

nach monatelanger Ungewissheit steht es nun fest – das 5. QUEER FILM FESTIVAL MÜNCHEN findet vom 14. bis zum 18. Oktober in Hybridform statt. Das bedeutet, dass Ihr Euch die Filme im Kino unter geltenden Hygienevorschriften, aber auch online als Stream anschauen könnt. So könnt Ihr selbst wählen – Kino oder Couch?

Auch ermöglichen wir damit erstmalig deutschlandweiten Zugriff auf unser Programm. Das QFFM ist damit das erste queere Filmfestival Deutschlands, das neben der normalen Kino-Screenings auch eine digitale Version ermöglicht.

Wie jedes Jahr wird das City Kino in der Sonnenstraße zum Zentrum des Festivals. Freut Euch auf hochaktuelle Dokumentationen, fesselnde Spielfilme – aber auch auf ein Serien Special, mehrere Kurzfilmprogramme und unsere brandneue Spätschiene, in der wir Euch Filme aus dem queeren Horror- und Fantasygenre zeigen.

Zum Programm

Neue Seite im Werden

Herzlich willkommen!

Bi-Stammtisch München Freundeskreis

jeden 3. Dienstag des Monats im Cafe Glück, Palmstr. 4 ab ca. 19.30

Bei schönem Wetter sitzen wir draußen, frag das freundliche Personal nach uns!

BLOG twitter

offene Facebook-Gruppe

geschlossene Facebook-Gruppe

reddit tumblr wer macht insta?

Bisexualitäten

Falls es in deiner Umgebung jemand gibt, grüße doch freundlich, denn der 23. September ist, aus den angelsächsisch-großbritannischen Ländern stammend, der Tag der Bisexuellen, und derer, die es noch werden könnten.

bi-muc

Die Menge ist weit größer als die rechnerisch angenommenen 5% bei Lesben und Schwulen, die sich in den großen Städten und Betrieben allerdings auf 10% zusammen ballen können, und Erfahrungen mit Bisexualität berichteten 60%!

Die Unsichtbaren - BisexualitätLeute wie Kinsey kamen bei Befragungen von Studierenden, auch zu ihren eigenen Interessen und mit anderen auf 60% der Erfahrungen, was natürlich nicht zu einer dauerhaften Einstellung führen muss:

Manche Erfahrungen sind so einmalig, wie die geliebte Person, manche ab auch so enttäuschend wie der erlebte Verlauf: Ungeschick und Unsicherheit beenden so manches Abenteuer frühzeitig …

Polyamory.svgLandet heute mehr in www.bine.net ?

Oder sind junge Leute heute eher pansexuell oder poly amor?

Wenn du an die Person denkst, die die bisexuelle Seite in dir weckte: Welches Gefühl taucht auf?

Und auch, wenn du dich heute polyamor denkst: Als monosexuell oder auch offen, queer?

Kommentare bleiben anonym, die Mail-Adresse bleibt verdeckt … Danke!


Und wie Bisexualität entsteht?

Vielleicht gemeinsame Bestellung
oder einen Verkauf in München?

www.rudiundandi.de hat verschiedene Regenbogen-und Flaggen-Maskenauch bisexuelle – und vielleicht geht ja was gemeinsames zusammen?12 Euro / Stück und 20% davon für queere Projekte … wie die Akademie Waldschlösschen 23. September Bi-Sichtbarkeit feiern – wie und wo?

Bi-Visibility am 23. Sept vorbereiten: Queere KünstlerInnen

bi-visibility matters
bi-visibility matters

Der internationale Tag zur Sichtbarkeit der Bisexuellen ist jedes Jahr am (Mi) 23. September, mal sehen, wie viele sich heuer im Netz oder in der Realtität zeigen.

Damit die uns finden, die an diesem Tag darauf aufmerksam werden, können wir uns etwas an Ideen überlegen: Wie reddit.com/user/salllleh/ im Titel und

Bi-Sichtbarkeit

Alltäglich sind wir die unsichtbarste „Orientierung“: Gut angepasst und unauffällig, bis wir hinter einem Traum-Objekt herträumen, an das wir uns nicht heran-wagen, weil … wir ncht ahnen, dass es auch bisexuell sein könnte?

Dabei sind, wie Sigmund Freud schon 1910 annahm, alle Menschen bisexuell angelegt.  Aber eben nur angelegt. Bei vielen Lesben, Schwulen und Heten wissen wir sofort, dass da nix geht: Klare Festlegung auf ein Geschlecht.

Aber 60% haben irgendwann eine Erfahrung gemacht, erforschte schon Kinsey in den 1950er Jahren, und die meisten seiner Studierenden damals wünschten sich die Erfahrungen mit beiden Geschlechtern.

Wie wäre es heute, eine entsprechende Umfrage zu machen?

Netz-Aktionen

Eine Umfrage im Bekanntenkreis?

Auf Facebook, auf Twitter oder Instagram?

Die Flaggen für Insider

Andreas hatte auf Instagram eine Aktion gestartet, die wir mit Postkarten und Mails, mit Zusammenarbeit in den Plattformen verbreiten können: instagram.com/p/CB2OO-yCqXv/

Gruppen im Land

Wo du auch her kommst oder lebst, wo steckst du zwischen den Lesben und Schwulen und *?

Im Radio: nur Queerfunk?

In der Radio-Sendung mit Bi-Män hatten wir schon von einer queeren KünstlerInnen-Genossenschaft gesprochen, die eine neue Art von Aufklärung betreiben könnte, um auch mit künstlerischen Interventionen das Bewusstsein und das Gespräch zu persönlichen Befindlichkeiten, erotischen Interessen und möglichen Lebensformen in Gang zu bringen. Nachhören

Bi zwischen den hetero-Normen, den gleichgeschlechtlichen Bewegungen und den transidenten Fragen, den asexuellen und inter*-Thematiken kann auch poly-amor sein … oder seriell monogam, wie es die Scheidungs-Heten vorleben.

Morgen wieder Stammtisch:

Cafe Glück, draussen vor der Tür, unter den großen Schirmen?

Die Sendung nachhören:

Bi-Visibility

Bi als Kunst

Die Filmkunst hat schon vorgelegt:

Bi als Bewegung

Nicht nur für die eigene Gesundheit, auch für das Zusammenleben und das Bewusstsein einer modernen Gemeinde:

Bi als Selbsthilfe in ganz Bayern?

Die Selbsthilfe-Bewegung hat schon den Frauen und Schwulen, den Trans  und inter* den Weg geebnet, in den großen und auch in den kleineren Städten sich in Gruppen zu finden, sich zu stabilisieren und ein sozialer Faktor zu werden:

Die Stadt ist stolz: muenchen.mitvergnuegen.com/2019/11-orte-queer/

Etliche Links sind leider nicht mehr aktuell … Zeit für Neues!

 

 

 

Bi in verschiedenen Generationen: Queer im Quadrat

Queer im Quadrat

Am 06. August von 16-22 Uhr gestalten wir zusammen mit diversity München das Programm auf dem Festival „KUNST IM QUADRAT“. It’s gonna be queer!

Nachdem es dieses Jahr keine Wiesn gibt, wird in den ersten Augustwochen ein kleines Festival auf der Theresienwiese stattfinden und wir freuen uns sehr, dabei zu sein! Das Festival wird vom Bürgerhaus Glockenbachwerkstatt und dem Kösk veranstaltet und heißt Kunst im Quadrat.

GrGr – Gameboypunk

Die Idee ist, dass sich Besucher*innen auf Decken setzen und durch das Quadrat der Sitzflächen, können sie das Festival erleben und die vorgegeben Abstände werden eingehalten – Kunst im Quadrat! Einen Tag dieses Festivals kuratieren und gestalten diversity München und Sub – Schwules Kommunikations- und Kulturzentrum München mit freundlicher Unterstützung der Münchner Regenbogenstiftung zusammen!Uns ist es wichtig, dass junge LGBTIAQ* Menschen auf dem Festival vertreten sind – als Besucher*innen und auch als Künstler*innen!

Karo – Sing out Heart

Unser Programm richtet sich an die Community und auch darüber hinaus. Es werden DJs auflegen, Musiker*innen und Bands spielen, ein Poetry Slam und eine Podiumsdiskussion stattfinden.Bist du selbst Teil der LGBTIAQ* Community und möchtest gerne auf dem Poetry Slam lesen, dann melde dich bei info@diversity-muenchen.de.

diversity München

Die Podiumsdiskussion trägt den Titel Community 2.0 – divers or divided? und soll der Frage nachgehen, was LGBTIAQ* Generationen voneinander lernen können. Sind wir wirklich eine bunte Community oder spalten uns Altersunterschiede voneinander? Mit unseren Gästen möchten wir darüber reden, ob es heute „leichter“ ist lesbisch, trans*, bisexuell oder nicht-binar zu sein? Hat sich das Verständnis von Community geändert oder ist dieser Begriff für junge Menschen noch zeitgemäß? Gab es früher mehr Zusammenhalt in der Community oder ist sie heute einfach diverser und vielfältiger?

DJ D4V3X

Unser Programm:- Queer Poetry Slam- PODIUMSDISKUSSION – Community 2.0 divers or divided? Was können LGBTIAQ* Generationen voneinander lernen? Musik:- KARO (Singer Songwriter/Sing-Out Heart!)- GRGR (Wave/Punkrock Gameboy)- SQUAREPLATZ (Electronic/ Indie)- DJ D4V3X / DJ FOX

Mehr Infos zum Festival: https://www.kunstimquadratmuenchen.de/

Kunst im Quadrat . 01.08.20 – 16.08.20 // Theresienwiese München

weiter feiern?

die bisherigen Demos zum 17. Mai und zum CSD fallen dieses Jahr ja aus.

Was machen wir, was uns selber entspricht?

Ich könnte mir bisher einen großen Isarspaziergang in Fetisch-Gruppen, bunten Kostümen und allerlei historischen Ideen vorstellen, zwischen Sonntag 17.5. und der Pride-Week – wann immer die im Juli sein sollte – vielleicht noch ein paar nette Werkstätten dazu … idahot-muc2015

Diverse Landesverbände des LSVD veranstalten digitale Aktionen und Demonstrationen; der Bayrische LandesVerband ist leider nicht dabei:
https://www.lsvd.de/de/ct/2337-%23IDAHOBIT-2020-Internationaler-Tag-gegen-Homo-Bi-Inter-und-Transphobie-am-17.-Mai

Der Colognepride wird eine Web-Show veranstalten:
„Die erste IDAHOBIT-Web-Show startet am 17. Mai 2020 um 17 Uhr live bei Facebook, Instagram: cologneprideofficial oder auch YouTube: Cologne Pride.
Freut auch auf interessante Gäste, Show und beteiligt euch interaktiv per Chat untereinander und mit unseren Gästen. Genauere Infos folgen über den Cologne Pride!“

IDAHIT Augsburg ruft zu einer Online-Aktion auf: https://idahit-augsburg.de/

der International Day Against Homophobie Biphobie Inter- und trans-Phobie entstand in Erinnerung an Diskriminierung der Homosexualität in der Medizin, ergänzt dann durch die entsprechenden Gruppen und die irrationalen Ängste vor der nicht-hetero-Liebe.

International day against Homophobia 17.Mai
International day against Homophobia 17.Mai

Am 17. Mai 1990 wurde auf Initiative eines mutigen Arztes die Homosexualität aus dem IDC, dem internationalen Verzeichnis der Krankheiten gestrichen.

 

Es gibt allerdings noch immer große Problematiken in den

nicht-binären Situationen:

Menschen da-zwischen, Intersexuelle mit nicht normativ erscheinenden Geschlechtsmerkmalen und Hormon-Entwicklungen, Trans-Sexuelle mit der psychischen Ablehnung, dem psychischen Verlangen des Wechsels.

Im Forumtheater

erlebte ich viele Szenen zu den Ängsten vor der Selbsterkenntnis und der Anerkenntnis von außen, mit Augusto Boal inszenierten wir 1997 oder 1999 im Münchner Rathaus noch eine „Ehe zu viert“, um Unrecht um Schwule, Lesben und Migration anzusprechen.

Vor 100 Jahren,

Magnus Hirschfeld Sexualwissenschaftler
Magnus Hirschfeld Sexualwissenschaftler

als Magnus Hirschfeld den Film „Anders als die Anderen“ entwarf und mitspielte, war Erpressung die größte Bedrohung der Schwulen. Sexuelle #Zwischenstufen und seine internationalen Forschungen sind bis heute nicht wieder eingeholt, #Postfaschismus in den Hochschulen schaffte auch die Sexualwissenschaften eher ab, als sie zu fördern, Sexualpädagogik ist bis heute ein streitiges Randthema der Schulen.

Hirschfeld-Denkmal am Hirschfeld-Ufer Berlin
Hirschfeld-Denkmal am Hirschfeld-Ufer Berlin

Der JustizMinister auf Twitter:

Heiko Maas @HeikoMaas am 17.5.2020
 
43 % der Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuellen in Deutschland leben ihre sexuelle oder geschlechtliche Identität nicht aus – aus Angst vor Diskriminierung.
 
Das muss uns alle wachrütteln!
 
Alle haben Respekt verdient, egal wen man liebt.
 
Das gilt nicht nur am #IDAHOBIT. #IDAHOT
 

Es braucht noch Aufarbeitung der Leiden

Der §175 war mit der Reichsverfassung auch in Bayern gültig geworden, nach dem uns Ludwig II für seine Schlösser und Geld aus dem „Reptilienfonds“ an Bismark und den Kaiser verkauft hatte. Vorher kamen die schwulen Adeligen nach Bayern, um sich von hübschen Fischer-Burschen über den Würmsee rudern zu lassen …

Die Verschärfung des §175 nach der „Nacht der langen Messer„, dem von den Nazis Röhm-Putsch genannten Beseitigen der schwulen Struktur in der SA und nebenbei aller mißliebigen früheren Feinde und „Kameraden“ des Führers zum 1. Juli 1936 brachte bald die ersten Razzien an schwulen Tanzlokalen und Treffpunkten , „Rosa Listen“ bei der Polizei und Einlieferungen in Konzentrationslager. 

Sexuell eigenständige Frauen kamen in Lager und Bordelle zur Umerziehung, und ganz allmählich, nach dem die Täter alle tot sind, kommen auch die finsteren Strukturen zum Vorschein, wie Himmlers Tageskalender: In der SS herrschten „Säufertum, Größenwahn“ und „Weiber“

„Die größten Leistungen brachte die SS erst nach 1945, in ihrer Selbstdarstellung“.

Die Bundesrepublik blieb 1950 bei der Schwulenverfolgung, juristisch bis 1990, und sträubte sich bis neulich gegen eine Wiedergutmachung, auch der KZ- und Gefängnis-Zeiten, stolperte noch in die „Ehe für alle“.

Wie haben in den letzten Jahren noch etliche Freunde begraben, die auch bei der Beerdigung noch ohne Bemerkung zu ihren Freunden verabschiedet wurden.

Die Angst vor der Entdeckung, die Trauma der Selbst-Verleugnung, die Frage der offenen Diskriminierung im Beruf, noch letztes Jahr bei den Filmfestspielen in München ein Thema einer geschlossenen Diskussionsrunde.

Männlich getanzter Schwanensee

Ballett Schwanensee / Swan Lake in der Version von Matthew Bourne aus dem Jahr 1995 auf youtube

wer es nicht schon kennt: unbedingt anschauen! Diese Inszenierung ist umwerfend. Das ganze gibt es erfreulicherweise auf Youtube; und zwar komplett.

Als Einstimmung empfehle ich eine deutsche Kritik von 2000:

… mit Federvieh durchgegangen. Mit männlichem dazu.

So nämlich klärt Musical-Freak Matthew Bourne seit 1995 mit Hilfe seiner „Adventures in Motion Pictures“-Company vom West End bis an den Broadway in monatelangen, hysterisch ausverkauften Ensuite-Folgen über Tanzmärchen auf und erzählt „Schwanensee – die ganze Wahrheit“.

Was niemand zu fragen wagte, aber jedem klar sein musste: Der liebeskranke, von seiner dominanten Mutter vernachlässigte Prinz Siegfried … erlebt sein Coming-out am Vogelteich, wo die wilden Kunst-Schwäne als ziemlich brutale, zischende, flatternde, gar nicht tuntige Kerle mit nackter Brust, barfuß und in faunischen Flokati-Hosen mehr ihren Artgenossen in freier Wildbahn entsprechen …“ …

„Auch wenn dieser „Schwanensee“ eindeutig homosexuell konnotiert ist, so weist er souverän über jede gleichgeschlechtliche Neigung darhinaus, gibt den männlichen Tieren eher androgyn Uneindeutiges, erhellt so das Universelle der Fabel. Ein Mensch, der keine Liebe auf Erden findet, sucht sie in einem Zwischenreich der Fantasie.“ …
Dann unbedingt die Inhaltsangabe lesen en.wikipedia.org/wiki/Swan_Lake_(Bourne)
Eine deutsche Grob-Übersetzung der Story hab ich auf culturejammingtheater.blogspot.com/2020/05/swanlakebourne.html
Ich freue mich sehr, wenn ihr mir schreibt, wie ihr diese Version findet.
PS: Die Produktion ist so erfolgreich, dass sie bis auf den heutigen Tag auf Tournee ist (natürlich in verschiedenen Besetzungen); Anfang dieses Jahres war sie in New York; und jetzt würde sie in England touren.
PPS: Was soll am 17.5., dem Welttag der LGBTI* denn real stattfinden, oder schickt ihr Netz-Teile?
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Podcast von der Bi+Community Berlin

„Großes B“ stellt sich vor!

tochterkampfstrumpf.de/2020/03/13/grosses-b-stellt-sich-vor

Ein Podcast von der Bi+Community, für die Bi+Community!

Gemeinsam mit Chris – und etwaigen Gästen – spreche ich ein mal im Monat über verschiedene persönliche, soziokulturelle und queer-politische Aspekte rund um Bisexualität und Nicht-Monosexualität. Ob Bi-Repräsentation in der Popkultur, Bisexual Erasure, Sichtbarkeit in der queeren Community oder Bi+Aktivismus – all diese Themen werden wir uns vornehmen! „Großes B“ ist ein Projekt von BiBerlin e. V.

Folge 0

In dieser „Folge 0“ stellen wir uns vor, erzählen warum wir einen Podcast zum Thema Bisexualität gestartet haben und reißen verschiedene Themen an, die uns bewegen und aus denen wir in Zukunft eine ganze Folge machen könnten, z. B. Coming-Out, Diskriminierung, queere Szene in Berlin, internalisierte Bifeindlichkeit oder der Unterschied zwischen Bi- und Pansexualität. Das Thema der ersten „richtigen Folge“ wird Bi-Repräsentation in der Popkultur sein.

Großes B - stilisiertes Mikrofon vor rot-blauem Hintergrund

Link zum Feed: grossesb.podigee.io

Die Definition von Bisexualität nach Robyn Ochs: „Ich nenne mich bisexuell, weil ich das Potenzial habe, romantische und/oder sexuelle Anziehung zu Menschen mehr als eines Geschlechts zu haben – nicht unbedingt zur selben Zeit, auf dieselbe Art und Weise, oder gleich intensiv.“ (Aus: „Getting Bi: Voices of Bisexuals Around the World“)

Links:

  • Homepage vom Verein BiBerlin: biberlin.de
  • Vimeo-Kanal von Chris (wo es den erwähnten Film „Satanic Pride“ zu sehen gibt.)

Musik: ispeakwaves, freesound.org

„Großes B“ stellt sich vor!

 

Nach fast 30 Jahren: Kein Stammtisch heute

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Das leere Cafe Glück war zwar beleuchtet, aber zu … drum jetzt etwas Lesestoff und sonstige Nachrichten:

„Witzige Komödie über queeren Selbsthass“

Als Hollywood schwul wurde

Heute vor 50 Jahren – am 17. März 1970 – feierte der Film „The Boys in the Band“ seine Premiere. Nun gibt es ein Update: ein neues Theaterstück und einen neuen Film.

Erwin schrieb:

mein Artikel über „The Boys in the Band“ online gegangen. https://www.queer.de/detail.php?article_id=35720
 
Für Euch wird der Absatz „Rückblick: Das Theaterstück in München (1970)“ von Interesse sein.
 

München: Hat sich die rosa liste überflüssig gemacht, Thomas Niederbühl?

Mit mageren 1,0 Prozent gelang der rosa liste nur knapp der Wiedereinzug in den Münchner Stadtrat. Wir sprachen mit dem alten und neuen Abgeordneten über Niederlagen als Erfolg, Pläne bis 2026 und queere Antworten auf die Corona-Krise.  …

„Nun gibt es … den queersten Stadtrat aller Zeiten, mit zehn LGBTI-Vertreter*innen aus verschiedenen Parteien.“

„Wir haben in der letzten Legislaturperiode das Lesbenzentrum neu geschaffen. In der nächsten möchte ich eins für Trans* und Inter* angehen plus ein übergeordnetes queeres Kulturzentrum.

Mein persönlicher Wunsch wären nicht nur neue Räume für unser Forum Queeres Archiv, sondern echte Ausstellungsräume für das Projekt, so dass wir mittelfristig ein queeres Museum in München bekommen.

„Gut, dass wir da immer „mit gemeint“ sind als Bisexuelle … bis zum 17.5. hoffentlich …

http://bisexual-community.tumblr.com/
http://bisexual-community.tumblr.com/